Die High End 2018 – ein etwas anderer Messerückblick

Im Normalfall sind die Bilder der wichtigsten HIFI-Messe der Welt wie aus einem Hochglanzprospekt. Perfekt ausgeleuchtete Komponenten in schickem Umfeld werden dem Publikum präsentiert. Manchmal wird noch über das Klangbild referiert und dabei stelle zumindest ich mir immer die Frage, was der Autor da wohl gehört hat und vor allem wie lange. Deswegen machen wir das jetzt einmal ganz anders. Ich möchte einmal einen Eindruck davon geben, wie es eigentlich für die freundlich lächelnden Aussteller ist, bei der Messe dabei zu sein.

Angela Cardas und George Meredith relaxen.

Dazu vorab einmal ein paar nette Zahlen. Wir haben in diesem Jahr 20 Paletten mit zwei 7,5 Tonnern nach München geschickt. Wir haben vier Wochen vor der Messe angefangen zusammen zu packen und gelegentlich muss einen Endkundenbestellung einfach warten, weil die gewünschte Disc schlichtweg in einem Karton auf einer folierten und beschrifteten Palette auf die High End wartet. In der Woche vor der Messe gilt es dann mit dem Zoll zu klären, dass Prototypen, die zur Messe sollen, wirklich nur zur Messezwecken eingeführt werden und in der Tat kein CE-Zeichen tragen und auf gar keinen Fall verkauft werden. Das klappt nicht immer. Zu guter Letzt müssen auch die Messeausweise für wirklich alle Teilnehmer gedruckt werden. Dieses Jahr waren das bei Sieveking Sound und den mitausstellenden Lieferanten insgesamt 30 Stück.

Fast gerade!

Der Messeaufbau erstreckt sich dabei über mehrere Tage. Die ersten Mitarbeiter sind bereits am Montag vor der am Donnerstag beginnenden Messe nach München unterwegs, um am Dienstag bereits die Raumdekoration im Atrium und die Abhängungen in der Halle unter Dach und Fach zu bringen, denn nachdem alles ausgepackt ist, lässt sich hier nichts mehr ändern. Am Dienstagnachmittag tauchen dann auch unter Jet-Lag leidende Mitaussteller auf und schauen man nach dem Rechten. Ich habe dabei immer den Wunsch schon die Demo-Anlage an den Strom zu setzen da zu diesem Zeitpunkt ein Transportschaden noch entdeckt und das Gerät per Express ausgetauscht werden könnte. Am Mittwoch heißt es dann die zuvor erfolgte Aufplanung der Positionierung einiger tausend Tonträger zu bewerkstelligen und natürlich tauchen auch immer wieder Kollegen auf, die ganz dringend noch einen Omega oder Kopfhörer oder Schallplattenbürsten oder ganz lange XLR-Kabel brauchen. Im Atrium geht es um die Feinheiten des Setups der Lautsprecher und Julien Pelchat von Verity Audio hat nicht weniger als sechs Positionen im Raum ausprobiert, bis sich ein großes und tiefes Klangbild ergab, dass sowohl in der ersten, wie auch in der fünften Reihe gleichermaßen beeindrucken konnte.

Gute Laune ist hilfreich.
Noch einmal so jung sein!

Während der Messe arbeitet Sieveking Sound dabei in Notbesetzung, denn das geballte Fachwissen und ein Großteil der Handelsware befindet sich ja in München. Dort kann man dann als Vorführer die Erfahrung machen, dass sich im gesamten Raum trotz voller Besetzung kein Besucher aus dem deutsch-sprachigen Raum befindet. Oder den etwas ungläubigen Blick genießen, wenn man erklärt, dass diese Anlage eben im fünf- und nicht im sechs- oder gar siebenstelligen Preisbereich angesiedelt ist. Und damit eine einzige Zeile über die Anlage. Wir haben das Vorserienmodell des kommenden Audia Flight SACD-Spielers in Kombination mit dem aktuellen FLS 10 Vollverstärker und der Verity Audio Sarastro IIS gespiet. Mir lag sehr daran, diejenigen Produkte zu präsentieren, für die es in Deutschland tatsächlich einen Markt gibt und nicht teil der Leistungsschau für Produkte zu sein, die allenfalls in Asien einen betuchten Liebhaber finden.

Andy Lam stellt UHQCDs vor.

Richtig Spaß hat dabei die Präsentation von Andy Lam aus Hong Kong gemacht. Er zeigte einem staunenden Publikum die klanglichen Unterschiede verschiedener bit-identischer CD Pressungen und hatte tatsächlich auch Glas CDs aus Japan dabei.

Ja – jetzt müssen wir abbauen und zu dem LKW unter unserem Fenster. Ja. Jetzt!

Fast schon unglaubwürdig ist dabei, dass die ganze Messe am Sonntagabend in wenigen Stunden abgebaut wird. Und wie bestellt gab es natürlich einen kräftigen Regenguss, der uns allen beim Beladen noch einmal den Schweiß abwusch. – Nach der Messe müssen dann jedoch 18 Paletten wieder abgepackt werden und die ganze Woche nach der Messe ist die ganze Firma wie in einem Wachtraum und kaum ansprechbar. Erst jetzt wird der Showroom wieder hergerichtet und es gilt Racks wieder zurück zu räumen und vor allem einen Überblick bei den zahllosen Demokabeln der Messe zu erlangen. Wenn Ihr Anliegen also liegen geblieben ist. Sie wissen jetzt woran es lag.

Und immer den Rücken gerade halten. Was sind schon 125 KG wenn es um den guten Klang geht!

 

Doug MacLeod gewinnt erneut den Blues Music Award

Mit Break The Chain hat Doug Mac Leod den Blues Music Award 2018 für das Akustikalbum des Jahres gewonnen. Damit erhielt er zum dritten Jahr in Folge die begehrte Auszeichnung.

Der Musiker selbst sagt:

“I was thrilled to hear the news that Break The Chain won The Blues Music Award for Acoustic Album Of The Year last night. I’m especially honored because it was in a category with artists I greatly respect. Since I couldn’t be there last night, I’d like to say some words of thanks here. Thank you to – The Blues Foundation, my manager Miki Mulvehill, my record company Reference Recordings, Denny Croy, Jimi Bott, Oliver Brown, my son Jesse who co-wrote the title song and sang and played on the album, and finally the love of my life- Patti Joy. Without her love that chain would have never broken. I’m hoping this can be an inspiration to all who have suffered abuse to know that even from a pile of manure a rose can grow.”